Maschinelle Übersetzung und Ihre Qualität


"Sprachbarrieren können wir zwar nicht abbauen, aber wir helfen, sie leichter zu überwinden".
Die Qualität der maschinellen Übersetzung in eine andere Fremdsprache hat seine technischen Grenzen.
Der Markt für echte und professionelle Textübersetzung ist übersichtlich. Gerade eine Hand voll sind wirklich Ernst zu nehmen, die für den deutschsprachigen Raum jenes Knowhow zur Verfügung stellen.
Die qualitative Bewertung maschineller Übersetzungen kann nicht pauschal beantwortet werden.
Zumeist wird die Leistungsfähigkeit überschätzt, so auch die Vorstellung, die maschinelle Übersetzung so breit als möglich anwenden zu können.
In der Tat ist es so, dass die Sprache aus mehreren Sprachen besteht. Es geht mit der recht persönlichen Beziehungs- und Familiensprache los, weiter in der Alltagssprache, der Sprache in den Schulen, auf der Arbeit, dem Sprachgebrauch im Hobby und des Freundeskreises. Jede einzelne Sprache bildet sozusagen eine eigene Fachsprache, auch wenn diese dieselben Worte und Sätze verwenden. Hier und da aber spezielle Worte und Bezeichnungen zum Vorschein kommen, die in anderen Bereichen eine völlig andere Bedeutung haben.
So wird klar, dass sich eine Sprache nicht nur durch Ihre Worte definiert, sondern eben auch in der Art der Formulierungen. Würde der Zahnarzt dem IT-Sezialisten in in seinem Fachchinesisch vermitteln wollen, was mit seinen Zähnen los ist, der IT-Spezialist würde nur Bahnhof verstehen. Umgekehrt das Gleiche, wenn der IT-Spezialist seinen Zahnarzt in die Welt der Informationstechnologie einführen wollte.
Und wenn wir nun dazu übergehen, diese Ereignisse haargenau in eine andere Sprache übersetzen zu wollen, stehen wir vor einem schier unlösbaren Problem. Wie die typisch deutsche Verständigungsart "nur Bahnhof verstehen" oder den "springenden Punkt vermitteln? Den den "jumping point" oder den "station understand" gibt es nun mal im Englischen nicht.
Daher gilt festzuhalten: Maschinelle Übersetzungsprogramme können nicht wirtschaftlich sinnvoll, unter dem Aspekt der sprachlich einwandfreien Übersetzung, eingesetzt werden. Sie werden erst durch die Verarbeitung von Texten interessant, die sich auf eine bestimmte Sprachrichtung (Fachsprache) schwerpunktmäpßig fixiert hat. Im Allgemeinen aber zeigt sie ihre Wirtschaftlichkeit im Bereich von Kurztexten als Hilfestellung zur Informationsübermittlung bzw. zur Inhaltserfassung.
Erfahrungsgemäß stören z.B. dem japanischen Betrachter einer deutschen Homepage am wenigsten die grammatikalischen Fehler. Im Gegenteil, denn so kann er wenigstens den Sinn erfassen, um was es sich bei dem Gelesenen handeln soll. Also das, was ihm ohne maschinelle Übersetzung ansonsten verschlossen und verborgen geblieben wäre.
Hier liegt das größte wirtschaftliche Potential maschineller Textübersetzung.
Natürlich besteht noch die Möglichkeit die Übersetzung von fremdsprachigen Menschen durchführen zu lassen. Alles hat seine Berechtigung. Es ist eine Entscheidungsfrage, ob der perfektionistische Anspruch den finanziellen Aufwand eigener Dolmetschers für über 20 Sprachen rechtfertigt.
