Flyer - Flugblatt - Handzettel - Flugschriften


Ankündigungen, Informationen, Werbung und Produkte in Szene zu setzen heißt die Devise. Ob auf der Straße, im Kino, im Freibad, im Supermarkt oder in der Discothek.
Innovation ist gefragt. Effektiv muss die Werbung sein. Wer kennt nicht die "Handzettel" aus Filmen, die aus Flugzeugen herab geworfen werden? Wer kennt nicht die Flugschriften, die von Hand zu Hand gereicht werden? Meist verstohlen und mit einem geradezu revolutionären Touch? Nun, die Zeiten sind vorbei und einiges hat sich auch in stilistischer Form geändert.
Was geblieben sind ist der Flyer und seine andersartige Werbeform. Jedoch galt der Urvater der Flyer als beinahe ausgestorben. Sein wesentliches Merkmal, die der handschnellen Verbreitung von Informationen ist durch das Medienzeitalter zurückgedängt worden. Ebenso hat sich durch die politische Stabilisierung das Merkmal der "Verbreitung von System illegalen Informationen" einschlägig geändert. Die Zeiten illegaler Aktionen gegen menschenverachtende totalitäre Regime gehören zumindest in Europa der Vergangenheit an. Nur noch zu bevorstehenden Wahlen konnte man diese Werbeform an den Informationsständen der Parteien finden. Als Werbeform für den Kommerz war dies jedoch völlig uninteressant.

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1988 erlebte das Flugblatt bzw. der Handzettel ein Revival. Es ging nun nicht mehr um die illegale Verbreitung von revolutionären Thesen gegen Staat und System. Der Ruch der Illegalität jedoch blieb und wurde zum bestimmenden Ausdruck der neuartigen Flyer. Ein Flyer ist ein Handzettel, der eine Party ankündigt. Der Namen kommt aus dem Englischen und bedeutet ganz einfach Flugbatt. Enstanden aus der Not der Illegalität von Acid-House-Veranstaltungen, entwickelten die Flyer einen eigenen Stil, eine eigene Sprache und eigene Symbole. Sie schufen eine neue Gattung. Dadurch wurde der Flyer so populär, dass es intuitiv dezentral viele Nachahmer fand. Bald stand der Name nur noch für Party Ankündigungen im Techno/House Bereich. Geradezu ein Boom trat ein und griff auf andere Szenen und gar Branchen über. Ein geradezu beispielloser unorganisierter Weg einer Werbeform, von der Illegalität zum Kommerz. Der Erfolg blieb in der Marketing Branche nicht unbeeindruckt und wurde kurzerhand als Applikation mit eingebunden.

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Mit den Flyern kamen auch die Postkarten wieder aus Ihrem Schatten Dasein. Überall in den Städten gab es im Gastronomiebereich Aushänge, wo kostenlose Poskarten auslagen. Clever hat der Kommerz witzige wie peppige Werbepostkarten auf den Markt geworfen, die Ihre Wirkung nicht verfehlten. Die geschickte Verbindung mit dem Corporate Design entdeckte auch das Internet. Nun konnte man auch Online via eMails sich gegenseitig virtuelle Postkarten zuschicken. Das Werbeschema blieb das Gleiche.
Die Erfolgsgeschichte der Flyer riss nicht ab und ist heute aus dem Marketingbereich nicht hinaus zu denken.
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